Pressemeldungen der kfbö


Überblick:
Bevölkerung bereit zum Teilen mit Benachteiligten - 10. 5. 2010
Pollitik braucht konkrete Solidarität - 24. 4. 2010
Christinnen haben nicht zu sexueller Gewalt geschwiegen - 12. 3. 2010
Kein Schweigen zu häusllcher Gewalt - 19. 11. 2009

weitere Pressemeldungen der kfbö


Bevölkerung bereit zum Teilen mit Benachteiligten

Erfolgreiche Zwischenbilanz der Aktion Familienfasttag 2010

Die Katholische Frauenbewegung Österreichs kann eine erste erfolgreiche Zwischenbilanz der Aktion Familienfasttag 2010 ziehen: Mehr als 1,8 Millionen Euro wurden bisher auf PSK 1.250.000 zugunsten von benachteiligten Menschen in den armen Ländern des Südens überwiesen. Dies entspricht dem langjährigen Durchschnitt des Sammelergebnisses zu diesem Zeitpunkt. Die Spenden werden umgehend zur Finanzierung von Projekten in Asien und Lateinamerika weitergeleitet, die Frauen helfen, ihre Situation selbst nachhaltig zu verbessern.

„ Dieses erste Zwischenergebnis der Aktion Familienfasttag 2010 zeigt, dass die österreichische Bevölkerung ein Herz für Menschen in Not hat und zum Teilen mit ihnen bereit ist. Es macht aber auch deutlich, dass die seit mehr als 50 Jahren bestehende Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung geschätzt und deshalb von vielen Menschen jedes Jahr unterstützt wird. Herzlichen Dank allen Spenderinnen und Spendern, die sich trotz Wirtschaftskrise und einer immer größer werdenden Zahl von Spendenaufrufen an dieser Solidaritätsaktion beteiligen.“ Margit Hauft, die Vorsitzende der kfbö, dankt aber auch ganz besonders jenen tausenden Frauen, die durch ihr ehrenamtliches Engagement in den Pfarren die Aktion Familienfasttag so erfolgreich machen.

Unter dem Motto „Teilen macht stark“ bittet die kfb alljährlich in der Fastenzeit um Spenden für Frauenförderungsprojekte, wie z.B. Bildungsprogramme über Gesundheitsvorsorge und Hygienemaßnahmen, Ernährung, Wasserqualität und biologische Landwirtschaft in Indien oder Ausbildung von Sozial- und EntwicklungsarbeiterInnen für arme, ausgegrenzte Bevölkerungsgruppen auf den Philippinen. Weiters werden z.B. Frauen in Kolumbien bei ihrem gewaltfreien Kampf gegen den Bürgerkrieg und für die Durchsetzung der Menschenrechte unterstützt.

10. Mai 2010
Eleonore Bayer, Pressereferentin der kfbö

 


Politik braucht konkrete Solidarität

Katholische Frauenbewegung Österreichs protestiert gegen geplante Kürzung der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit – UN-Millenniumsziele zur internationalen Armutsbekämpfung müssen eingehalten werden

Die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö) nimmt mit Bestürzung zur Kenntnis, dass im Rahmen der geplanten Budgetsanierung die Mittel für die österreichische Entwicklungszusammenarbeit weiter drastisch gekürzt werden sollen. Sie fordert die Bundesregierung auf, die Finanzierungszusagen zur internationalen Armutsbekämpfung einzuhalten und die UN-Millenniumsziele nicht zu ignorieren.

Bei der von 22. bis 24. April 2010 in Linz tagenden Vollversammlung der Katholischen Frauenbewegung Österreichs waren sich die Delegierten einig, dass eine Politik zu Lasten der ärmsten Menschen in der Welt absolut abzulehnen sei. Sie appellierten an die PolitikerInnen bis 2015 wie vereinbart 0.7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für die internationale Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung zu stellen. Es sei beschämend, dass Österreich 2009 dafür nur 0,3% aufbrachte, obwohl es noch immer trotz Schuldenberg zu den reichsten Ländern zählt. Die PolitikerInnen sollten den so oft strapazierten Begriff Solidarität nicht zu einer leeren Worthülse verkommen lassen. Ein globales, partnerschaftliches Agieren sei dringend notwendig. Denn wenn Hilfsprojekte gekürzt werden oder gar die Unterstützung für einzelne Länder total gestrichen wird, dann hätten diese Entscheidungen katastrophale Auswirkungen vor allem auf Frauen, die weltweit zu den Ärmsten gehören und täglich nicht wissen, wie sie sich und ihre Familien ernähren sollen.

Die Katholische Frauenbewegung hilft seit mehr als 50 Jahren mit ihrer Aktion Familienfasttag diesen Frauen, indem sie ihnen Wege zu Bildung, Einkommen und Eigenständigkeit erschließt. Sie lädt alljährlich die Bevölkerung zum solidarischen Teilen mit den Armen ein. Die Spendenfreudigkeit der ÖsterreicherInnen zeigt, dass Solidarität für viele noch ein Wert ist.

Die kfbö protestierte bereits schriftlich bei Bundeskanzler Werner Faymann sowie Außenminister Dr. Michael Spindelegger gegen die geplante Kürzung der entwicklungspolitischen Fördermittel. Sie hofft, dass die Mehrzahl der Nationalratsabgeordneten ihre Verantwortung gegenüber internationalen Verpflichtungen bekundet und diese Sparpläne ablehnt.

24. April 2010
Eleonore Bayer, Pressereferentin der kfbö


Christinnen haben nicht zu sexueller Gewalt geschwiegen

Margit Hauft, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, weist Pauschalverurteilung der katholischen Kirche wegen sexuellem Missbrauch zurück – Katholische Frauenbewegung kämpft seit mehr als 20 Jahren gegen sexuelle Gewalt

Gegen eine Pauschalverurteilung der katholischen Kirche wegen des Umgangs mit sexuellem Missbrauch und Gewalt gegen Kinder und Jugendlichen wendet sich die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, Margit Hauft. „Die Katholische Frauenbewegung Österreichs setzt sich seit mehr als 20 Jahren mit dem Problem sexueller Gewalt gegen Kinder und Frauen auseinander. Wir haben nicht geschwiegen, sondern immer wieder an die Kirchenleitung appelliert, sexuelle Gewalt nicht weiter zu tabuisieren und Maßnahmen zu deren Bekämpfung zu setzen. Als größte katholische Laienorganisation im Land sind wir ein wesentlicher, aktiver Teil der katholischen Kirche Österreichs und lehnen deshalb jede Pauschalverurteilung der Kirche strikt ab.“

Die Katholische Frauenbewegung widmete bereits beim Festgottesdienst zu ihrem 40jährigen Bestehen im Jahr 1987 die Kollekte für die Errichtung einer eigenen Beratungsstelle für Opfer von sexueller Gewalt. 1989 gründete sie gemeinsam mit der Evangelischen Frauenarbeit in Wien die Beratungsstelle Tamar für Opfer von sexuellem Missbrauch, die später auch die erste diesbezügliche Ombudsstelle der Erzdiözese Wien wurde. Diese Funktion hat die heute eigenständige Beratungsstelle nun allerdings nicht mehr.

Bereits 1991 vor dem Fall Groer forderte die Katholische Frauenbewegung Österreichs im Rahmen einer Kampagne des Ökumenischen Forums christlicher Frauen in Österreich „Kein Schweigen zu sexueller Gewalt!“ Die Christinnen appellierten an Kirchen und Glaubensgemeinschaften, Information und Bewusstseinsbildung über die Themen Inzest, sexuellen Missbrauch, Vergewaltigung und sexuelle Belästigung in den Gemeinden zu leisten. Kleriker und Laien müssten für diese Probleme sensibilisiert werden. Die Errichtung und Finanzierung von Beratungsstellen und von Einrichtungen zur Krisenintervention wurde gefordert. Diese Kampagne wurde einige Jahre später wiederholt.

Im April 1995 als Anschuldigungen gegen Kardinal Dr. Hans Hermann Groer laut wurden trat die damalige kfbö-Vorsitzende Ingrid Klein für die unverzügliche Einrichtung eines Untersuchungsausschusses ein, dessen Ergebnisse veröffentlicht werden sollten. Das Thema sexueller Missbrauch von Minderjährigen dürfe nicht länger tabuisiert werden, betonte damals Ingrid Klein. Bis heute setzt die kfbö immer wieder Initiativen, um das Schweigen über Gewalt zu brechen. So warb sie zuletzt im November und Dezember 2009 für den Gebrauch des Frauennotrufs gegen Männergewalt.

„ Trotz allem wird aber auch heute noch Männergewalt häufig verschwiegen, verdrängt, vertuscht und still von Frauen und Kindern erduldet, um den idealisierten Vorstellungen von Familie und Kirche zu entsprechen. Umso wichtiger ist es, dass nun Opfer von sexuellem Missbrauch durch ihre Erfahrungsberichte die Kirchenleitung zum verstärkten, effizienten Handeln zwingen“, erklärt die kfbö Vorsitzende Margit Hauft.

12. März 2010
Eleonore Bayer, Pressereferentin der kfbö


Kein Schweigen zu häuslicher Gewalt

Infokampagne der Katholischen Frauenbewegung Österreichs über Frauenhelpline

Die Katholische Frauenbewegung Österreich möchte, dass jede Frau den Notruf für Opfer von Gewalt kennt. Deshalb verteilt sie im Rahmen der von 25. November bis 10. Dezember 2009 dauernden internationalen Initiative „16 Tage gegen Gewalt an Frauen” Informationsmaterial über die Frauenhelpline 0800 222 555, das vom Frauenministerium und dem Verein autonomer österreichischer Frauenhäuser produziert wurde.

Seit Jahren fordert die kfbö ihre rund 200.000 Mitglieder auf, das Schweigen über häusliche Gewalt zu brechen und sich an professionelle Beratungsstellen zu wenden. „Leider dominiert noch immer bei vielen Gläubigen das heile Bild von der friedvollen, christlichen Familie, obwohl immer häufiger die Realität anders ist. Wir fordern deshalb neuerlich mehr Bewusstseinsarbeit zu dieser Problematik in den Pfarren und Gemeinden“, betont kfbö-Vorsitzende Margit Hauft.
Sensible, verständnisvolle Seelsorger und Seelsorgerinnen sowie mutige Laien sollten das Problem der Gewalt in der Familie ansprechen und damit versuchen, die Spirale der Gewalt zu durchbrechen.

19. November 2009
Eleonore Bayer, Pressereferentin der kfbö